Von Jesus lernen heißt danken lernen

Die Sorgen und Beschwerden, Schmerzen und Leid nehmen meist im Alter zu und die Leistungsfähigkeit ab. Dafür kann man auch dankbar sein. Dieser scheinbare Widerspruch konnte im Seniorengottesdienst mit einem Blick auf Jesus Christus, aber auch mit dem Blick auf eigenes Erleben eine Lösung erfahren.  

Einmal im Jahr sind die älter gewordenen Gemeindemitglieder aus dem Kirchenbezirk zu einem Seniorengottesdienst eingeladen. 

Bevor der Bezirksvorsteher Stefan Standke auf das Bibelwort für diesen Gottesdienst: „Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1.Thessalonicher 5, 18) einging, brachte er seine Freude zum Ausdruck. Alle angereisten Gottesdienstteilnehmer haben Wege und Anstrengungen auf sich genommen, haben es gern getan, die Sehnsucht nach der Gemeinschaft untereinander und mit Jesus hat gezogen. Und die, die die Übertragung nur von zuhause aus miterleben konnten, tröstete er mit den Worten, dass Gott doch sieht, wenn eine Anreise nicht mehr möglich ist.

Dankbar zu sein ist in den unterschiedlichsten Lebenssituationen nicht so einfach. Paulus redet aber von Dankbarkeit in allen Dingen. Soll man für Krankheit, Sorgen des Alltags, Bedrängnis oder im Alleinsein dankbar sein?  Es ist aber lt. Bibelwort der Wille Gottes, in allen Dingen dankbar zu sein. Um dieses Dilemma aufzulösen, helfen die Worte Jesu: „Kommet her und lernet von mir“. Einige Beispiele aus dem Wirken Jesu  und der Apostel  wurden genannt und die beiden Predigtzugaben der Bezirksevangelisten Dirk Mörchel und Karsten Treiber untermauerten die Wichtigkeit einer dankbaren Grundstimmung.

Einsetzung des Abendmahls

Am Vorabend seiner Gefangennahme und im Angesicht seines bevorstehenden Leides dankte Jesu und lobte Gott. Er ist diesen Weg im Gehorsam und freiwillig gegangen. Das  Vorbild kann doch dankbar machen.

Auferweckung des Lazarus

Er war gestorben. Seine Schwester Martha machte Jesu Vorwürfe, dass er so spät kam. Nachdem Martha ihren Glauben an die Auferstehung und Jesu Heilswirken bekannte, schritt Jesu mit den Worten: „Vater ich danke dir, dass du mich erhört hast“ zur Tat. Lazarus wurde wieder lebendig. Hier steht ebenfalls der Dank anstelle Bitten im Vordergrund. Jesus dankte im Leid.

Die Speisung der Fünftausend

Für die zwei Fische und fünf Brote danke Jesus. Er brachte nicht die Sorge zum Ausdruck, dass dieses nicht zur Sättigung der Anwesenden reichen würde. Er dankte für das Wenige in der Gewissheit, dass Gottes Segen nicht ausbleiben wird und es für alle reicht.

Paulus und sein Begleiter Silas im Gefängnis

Selbst in dieser Situation dankten und lobten sie Gott.  Sie waren sich sicher, dass Gott sie nicht verlassen hat. Die Türen öffneten sich.

Es lohnt sich darüber nachzudenken, wie Jesus sein Verhältnis zu seinem Vater immer wieder betonte und auf seine barmherzige Liebe vertraute. Das wird für Sicherheit im Umgang mit den Alltagssorgen führen und als Kraftquell dienen. So erlebt man Gottes Zusage, dass er alle Tage mit uns ist. Gott ist uns nahe. Er wird auch zukünftig für uns da sein.

Abschließend machte der Bezirksvorsteher noch einige Ausführungen mit Blick auf die Vorbereitung des am folgenden Sonntag stattfindenden Gottesdienstes für die Entschlafenen. Auch das ist der Wille Gottes: Betet ohne Unterlass. Hierzu werden die Senioren gebraucht. Schließlich ertönte der Aufruf, eine Atmosphäre der Dankbarkeit zu schaffen. 

Die ganze Gemeinde gestaltete als Chor, neben einem Instrumentaltrio, diesen Gottesdienst musikalisch. Mit Freude und vollster Hingabe sangen die meist ehemaligen Gemeindechorsänger bekannte Lieder aus dem Chorbuch.