Palmsonntag- Ein Tag voller Widersprüche

Bischof  Ralf Wittich stimmte in seinem Dienen die Gemeinde auf die bevorstehende Karwoche und das Osterfest ein. Gegensätzlicher können die Gefühle in diesem Zeitraum kaum sein- himmelhoch jauchzend und zum Tode betrübt.

Dem Gottesdienst lag das Wort aus  Markus 11,17 zu Grunde.

Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.

Das Palmsonnatsereigniss in Jerusalem war Inhalt des ersten Predigtabschnittes. Hier nahm Bischof Wittich Bezug auf die Bibellesung (Matthäus 17, Verse 1-11) und hob den Sinnes- und Meinungswandel hervor. Aus dem „Hosianna“ wurde ein „Kreuzige ihn“, in nur wenigen Tagen. Die Erwartungen, aus misslichen Verhältnissen befreit zu werden, waren zu sehr in den Vordergrund getreten.

Jesus fand eine ähnliche Situation nach seinem Einzug in Jerusalem im Tempel vor.  Der Tempel war und ist heute der Ort, wo Gott wohnt, Lobpreis und Anbetung stattfindet. Jede Gemeinde der Kirche Christi oder jeder einzelne Gläubige kann solch ein Tempel sein. Dazu ist es notwendig, in Demut, im Vertrauen  und im Glauben Gott beständig anzurufen. Es genügt nicht in den Tempel zu kommen und Ritualen nachzugehen. Heute ist es wichtig, ein „Bethaus für alle Völker“ zu sein. Das Gebet für das eigene Seelenheil und das des Nächsten ist Ausdruck der Dankbarkeit eines Christen.

Der Gottesdienst wurde durch Instrumentalspiel und Gesang musikalisch gestaltet. Bezirksältester Stefan Standke unterstrich in seiner Predigtzugabe den Gedanken, dem Alltag und den Traditionen nicht die Oberhand zu überlassen.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles erhielten Gudrun und Frieder Schiller den Segen zu ihrer Diamantenen Hochzeit, dabei trug der Gemeindechor das Wunschlied des Paares „Ich will beten“ vor. Bischof Wittich widmete dem Jubelpaar das Wort aus Psalm 13 Vers 6:

Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst.

Im Rückblick auf die gemeinsamen Jahre, die Freude, aber auch Sorge und Leid zum Inhalt hatten, war es wichtig einen liebenden Menschen an seiner Seite zu wissen. Mit ihm konnten beide über alles reden und alles teilen. Das begründet im Rückblick eine segenreiche Zeit im Miteinander.