Helfen, wo es bitter nötig ist

Für den 28.04.2015, 19.00 Uhr hatten Priester Thomas Hartmann und Pfarrer Christian Kurzke aus dem evangelischen Kirchenspiel Kraftsdorf zum Infoabend „Nordirak – wie haben wir geholfen?“ in unsere Gemeinde Gera eingeladen.

Unsere Kirchengemeinde hatte sich vom 15.12.2014 bis 15.01.2015 mit weiteren 20 Kirchgemeinden verschiedenster Konfessionen an der Spendenaktion für die Flüchtlinge im Nordirak beteiligt. Gesucht worden waren Kleiderspenden für Frauen, Männer und vor allem Kinder; „Healthy baskets“ (Überlebenspakete mit Drogerie- und Hygieneartikeln) sowie Geldspenden.

Pfarrer Kurzke lobte unser Engagement – unsere Gemeinde hatte die meisten „Bananenkisten“ mit Kleidung geliefert. Insgesamt waren über 650 Kisten, viele „Healthy baskets“ und über 25.000 EUR gesammelt worden.

Mit Hilfe von Flüchtlingen aus Gera, den Konfirmanden der Evangelischen Kirche und Freiwilligen war ein LKW in Rüdersdorf beladen worden und dann zur Organisation GAiN (Global Aid Network e.V.) in Giesen gefahren. Dort war die Ladung auf einen 40-t-LKW umgebaut worden, welcher sich dann auf den über 4.000 km langen Weg in den Nordirak gemacht hatte.

Christian Kurzke (selbst 2 Jahre Student in Syrien) war kurze Zeit später in die Krisenregion geflogen. Er hatte die Orte Dohuk und Erbil besucht, in welchen unsere Hilfsgüter verteilt worden waren. Tief bewegt berichtete er uns von manchen Schicksalen der ca. 2 Mio. Flüchtlinge. Er hatte das mobile Klinikteam begleitet, die Flüchtlinge in Ihren Zeltlagern besucht und Benzin zum Heizen und Kochen verteilt. Er selbst hatte manches unserer Pakete persönlich Menschen und Familien überreichen können.

Um dem Medizinteam zu helfen, hatte er im Vorfeld 2 EKG-Geräte besorgt. Welche Freude wurde damit dem mobilen Klinikteam gemacht, und damit die Arbeit der Ärzte erleichtert!

Beim Verabschieden aus verschiedenen Begegnungen mit Flüchtlingen hatte Pfarrer Kurzke immer wieder dieselben Worte vernommen: „Nehmt uns mit!“, „Vergesst uns nicht“ und „Betet für uns“.

„Wir können die Menschen nicht alle hier aufnehmen, aber wir wollen offen sein für Flüchtlinge, die in unsere Stadt und unser Land kommen. Es ist nur ein Bruchteil von denen, die alles verloren haben und auf der Flucht sind“, so Christian Kurzke, „und wir können immer wieder an sie denken und im Besonderen in unser Gebet einschließen.“

Neue Aufgaben der GAiN-Organisation bestehen nun in der Gründung von Schulen, der Klimatisierung der Zelte bei einer Temperatur von 50° im Schatten und dem Umbau der Zeltlager in Container oder gar feste Gebäude. Dafür kann die Organisation GAiN weiterhin jede Hilfe gebrauchen.

S.Sch. / Fotos: T.H.