Stille birgt Trost und Trübsal bringt Herrlichkeit

Das dritte Wochenende im Oktober, das von viel Sonne und Wärme geprägt war, erlebte Bezirksapostel Wilfried Klingler im Bezirk Gera. Am Samstag war Bezirksämterversammlung, am Sonntag diente er der Gemeinde Gera.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort 2. Korinther 4, 17. aus 18 zugrunde, mit dem der Stammapostel am Sonntag zuvor in Nazareth gedient hatte:

„Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.“

Vom Vortrag des Chores zu Beginn des Gottesdienstes war der Bezirksapostel so beeindruckt, dass er am liebsten hätte eine Weile schweigen wollen. Er wies darauf hin, dass es dieser Stille in der Seele bedarf, um das Wort Gottes zu hören. Dann führte er ein Bild an, dass uns sagt: Lass dich doch einfach fallen, dann bist du gut aufgehoben und sicher. Wenn wir uns in Gottes Hand fallen lassen, dann sind wir sicher und geborgen.

Der Bezirksapostel zeigte auf, dass er nicht alle Sorgen kennt und nicht die Tränen gezählt hat, die geweint wurden. Apostel Paulus hat mit seinem Wort nicht dazu aufgefordert, dass wir die Beschwernisse und Sorgen des Alltags klein reden. Und das möge bitte auch nie ein Seelsorger tun. Jedoch setzte Paulus etwas ins Verhältnis, denn Gewicht ist ein relativer Begriff. Setzen wir doch den Augenblick mit aller Trübsal ins Verhältnis zur Herrlichkeit, die Gott seinen Kindern gibt. Paulus verglich es sogar mit dem, was Christus zu leiden hatte. Er wollte einfach sagen, relativiere doch mal deinen Blick.

Wir wollen die Qualen nicht klein reden; aber alles das führt uns letztendlich doch in eine über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit. Das ist die Botschaft, der Gedanke, den Apostel Paulus in unsere Seelen legt. Indem er nämlich nicht auf das Vergängliche und das Sichtbare schaut, sondern auf das Unsichtbare und Ewige. Auf das Ziel des Glaubens schauen hilft uns, Trübsal zu relativieren.

Apostel Wosnitzka warf die Frage auf, welchen Ursprung das Stillesein und Schweigen hat. Wenn das Gottvertrauen die Quelle unseres Schweigens ist, dann lassen wir uns auch immer wieder trösten.

Der Bezirksapostel hatte in der Woche zuvor einen Blick auf Jerusalem werfen können und daran gedacht, wie Jesus damals mit den Jüngern vor dem Tempel stand. Auch sie sahen auf das Sichtbare und Jesus sprach vom Unsichtbaren, vom Tod und der Auferstehung. Wollen wir im Heiligen Abendmahl sehen, dass uns der Herr an seinem Leib, an seinem Blut, an seiner Kraft teilhaben lässt. Wenn wir in dem Moment auf das Unsichtbare sehen, erschließen wir uns eine Kraftquelle besonderer Art.

In diesem Gottesdienst durften auch vier Kinder die Heilige Versiegelung empfangen. Der Heilige Geist ist eine großartige Kraft, die den Menschen verändern kann, wenn man ihn wirken lässt. Der Bezirksapostel wies auf den Augenblick hin, als sich der Herr von seinen Jüngern verabschiedete und vom Heiligen Geist sprach, der kommen wird, der trösten soll, der verändern soll. Er wünschte den Eltern, dass dieser Geist Gottes einen Beistand darstellt, der auch Mut macht und ermuntert. Und er dankte ihnen, dass ihnen die Handlung etwas bedeutet und dass es ihnen ein Bedürfnis ist, den Kindern etwas in die Seele zu legen, was bleibenden Bestand hat.

T.R. / Fotos: M.V.