Herr, ich warte auf dein Heil!

Am Sonntag, dem 13. November 2011 kehrte am Nachmittag Apostel Rolf Wosnitzka in der Gemeinde Gera ein und hielt dort einen Gottesdienst mit mehreren Segenshandlungen.

Nach dem Eingangslied "Reich des Herrn" (GB 362) verlas Apostel Wosnitzka das Bibelwort Psalm 119, 166: "Herr, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten." Im Anschluss unterstrich der Chor diesen Vers mit dem Lied 154 aus der Chormappe "Gott, deine Güte reicht so weit."

Zu Beginn des Gottesdienstes berichtet der Apostel, dass ihm bei Erreichen der Kirche eine Trauernachricht aus der Gemeinde Oberndorf mitgeteilt wurde. "Nähe tut gut. Nähe vermittelt auch Verbundenheit. Nähe gibt Sicherheit. Nähe gibt Trost." Diese Worte richtete er an die Hinterbliebenen und die gesamte Gemeinde und bat, sich zu erheben und in ein paar stillen Momenten der Heimgegangenen zu gedenken. Auch wenn er die Schwester zu wenig kenne, so wisse er, sie hat Gott in ihrem Leben in den Mittelpunkt gestellt und darf sich nun geborgen fühlen. Dies möge ein Trost für die Angehörigen sein.

"Herr, ich warte auf dein Heil." Mit diesen Worten leitet der Apostel sein Dienen ein. Die Überschrift des 119.Psalms lautet: "Die Herrlichkeit des Wortes Gottes." Was ist Heil? Ein weit gefächerter Begriff. Heil ist Gottes Zuwendung zum Menschen - im Hinblick auf das ewige Leben. Man kann es in passiver abwartender Haltung schwerlich empfangen. Daher wollen wir warten und damit arbeiten!

Göttliches Heil zeigt sich in

  • göttlichem Segen
  • göttlicher Hilfe
  • göttlicher Gnade
  • göttlicher Führung
  • der Erfüllung der göttlichen Verheißung.

Dazu bedarf es unseres Handelns.

Segen: Denken wir an Jakob, der sich mit List den Segen erschlich und aus dem Elternhaus floh. Er wollte mit seinem Bruder Frieden schließen. "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn." Er rang um den Segen! Lasst uns das auch tun.

Hilfe: Da nehmen wir David und Goliath als Bild. David konnte sagen: "Ich komme im Namen des Herrn." Er hat Gott vertraut - und dadurch Hilfe erfahren. Auch heute steht manches so groß wie Goliath vor uns. Dann beten wir um Hilfe.

Gnade: Dazu umriss der Apostel kurz das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der entscheidende Schritt für Gnade war, dass er in sich ging, umkehrte und zum Vater kam in aller Demut.

Führung: Gott führte das Volk Israel durch die Wüste. Des Tages mit der Wolkensäule und des Nachts mit der Feuersäule. Auch wenn es dunkel um uns wird, dürfen wir Führung erfahren. Wir müssen uns leiten lassen und darauf achten, was Gott uns sagt.

Erfüllung der Verheißung: Wir warten auf die Wiederkunft Christi. "Meine Schafe hören meine Stimme. Und ich kenne sie und sie folgen mir." Wenn wir die Stimme Gottes hören, folgen wir. Und dann werden wir zu der bereiteten Stätte und zum Heil geführt.

Lasst uns trachten nach Gottes Segen, Hilfe, Gnade und Führung. Dann dürfen wir uns freuen auf die Erfüllung der Verheißung.

Der Apostel bat Priester A. Stumpf an den Altar und der Chor stimmte das Lied 45 "Meine Seele ist stille zu Gott" aus der Chormappe an. Priester Stumpf fasste das bisherige Dienen zusammen. Er wies darauf hin, wenn wir uns die Gebote vor Augen führen, dann stellen wir mitunter fest, dass wir nicht in der Lage sind, sie so genau zu erfüllen. Aber wir hoffen auf den Beistand und warten auf die Sendung des Sohnes. So schenkt er immer wieder Gnade und Kraft. Er ermuntert uns, diesen Weg weiter zu gehen.

Als der Apostel wieder an den Altar trat, sang der Chor Strophe 3 des Liedes 50 aus der Chormappe "Türmen sich Wogen". "Drücken dich Lasten […] Fürchte dich nicht, dein Stab ist der Herr." Der Apostel bezog sich auf das Mitdienen des Priesters. Wo Satan uns anklagt, da steht Jesus auf und sagt: "Dafür habe ich schon bezahlt." Wenn man Schulden hat, so kann das die ganze Hoffnung und Freude nehmen. Und wenn jemand heraushilft, ist das köstlich. Noch größer ist, dass Jesus diese Schuld bereits bezahlt hat.

Zur Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahls sang die Gemeinde Strophen 2 und 3 aus Lied 109 des Gesangbuchs "Fels des Heils, Herr Jesu Christ".

Nach dem Unser Vater brachte der Frauenchor das Lied "Gott segne und behüte dich" zu Gehör als Überleitung zur Heiligen Versiegelung. Als der Apostel den Eltern seine guten Wünsche übermittelte, wies er darauf hin, dass die Schwestern mit dem Lied schon die besten Wünsche übermittelt haben. Er trug den Eltern auf, Erfahrung und Sicherheit (weiter) zu geben. "Schreibt die Liebe täglich in die Seele der Kinder. Und die Sicherheit, dass göttliches Heil ein bleibendes Heil ist!"

Zur Feier des Heiligen Abendmahls spielten zunächst Orgel und Geige. Dann sang die Gemeinde die Strophen 1 und 3 aus 288 des Gesangbuchs "O du, den meine Seele liebt".

Der Apostel rief zur Ruhesetzung Priester Stumpf erneut an den Altar und es erklang das Chorlied 334a, Strophen 1 und 4 "Anbetung will ich, Herr, dir bringen". Alle Anwesenden erfuhren einige Daten aus der Amtszeit des Priesters. Über 40 Jahre trug er ein Amt, über 30 Jahre das eines Priesters. Und 35 Jahre war er als Konfirmandenlehrer tätig. Apostel Wosnitzka sprach ihm und seiner Familie seinen Dank aus für das Dienen, für alle Opfer und für die liebevolle Annahme der Geschwister. Dies unterstrich er mit den Worten "Das, was ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan". Auch übermittelte er den besonderen Dank des Bezirksapostels.

Anschließend sang der Chor Strophe 1 und 2 aus dem Lied 363 des Gesangbuchs "Das sei alle meine Tage" und es erfolgte die Ordination von Priester Dietrich Hinzke zum Evangelisten und Diakon Thomas Richter zum Priester. Der Apostel gab den beiden Amtsträgern die tröstenden Worte mit auf den Weg: "Mit dem Herrn schaffen wir es!"

Der Gottesdienst wurde mit Gebet und Gesang beendet und mit viel Händeschütteln und guten Wünschen.

T.R.